In der Neurologie arbeitest du mit Erwachsenen nach Schlaganfall, mit Parkinson, Multipler Sklerose oder nach Schädel-Hirn-Trauma. Ziel ist, dass sie ihren Alltag wieder selbstständiger bewältigen, vom Anziehen bis zum Einkaufen. Du übst Bewegung, Wahrnehmung und Denken direkt an den Tätigkeiten, die im Alltag schwerfallen.
Was macht ein Ergotherapeut in der Neurologie?
Du arbeitest an dem, was die Erkrankung im Alltag schwer macht. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung nennt als Beispiel die Versorgung nach einem Schlaganfall. Trainiert werden dabei Ankleiden und Waschen, Haushalt, Einkaufen und Kochen. Im Hirnleistungstraining übst du Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Handlungsplanung. Dazu kommt die Versorgung mit Schienen.
Einen Teil der Arbeit machst du bei den Patienten zu Hause. Die Ärztin verordnet einen Hausbesuch, wenn jemand aus medizinischen Gründen nicht in die Praxis kommen kann. Das gilt auch, wenn die Behandlung zu Hause medizinisch zwingend nötig ist. Einmal je Verordnungsfall kannst du außerdem zur Integration in das häusliche und soziale Umfeld beraten. Der Kassenvertrag setzt dafür eine Regelleistungszeit von 120 Minuten an.
Welche neurologischen Krankheitsbilder werden in der Ergotherapie behandelt?
Der Heilmittelkatalog fasst sie in drei Diagnosegruppen zusammen. In der Regel sind je Verordnung bis zu zehn Behandlungen möglich. Empfohlen sind ein bis drei Termine pro Woche.
| Diagnosegruppe | Beispiele aus dem Heilmittelkatalog | Orientierende Menge |
|---|---|---|
| EN1 (Gehirn) | Schlaganfall durch Ischämie oder Blutung, Schädel-Hirn-Trauma, Parkinson, Multiple Sklerose | bis 40 Einheiten |
| EN2 (Rückenmark und neuromuskuläre Erkrankungen) | Querschnittssyndrome, ALS, Multiple Sklerose, spinale Muskelatrophie | bis 40 Einheiten |
| EN3 (periphere Nerven und Muskeln) | periphere Paresen, Plexusparesen, Polyneuropathien | bis 20 Einheiten |
Quelle: Heilmittelkatalog Ergotherapie in der Heilmittel-Richtlinie des G-BA, Fassung in Kraft seit 5. August 2025.
Für manche Diagnosen gilt ein langfristiger Heilmittelbedarf oder ein besonderer Verordnungsbedarf, etwa im ersten Jahr nach einem Schlaganfall. Dann darf die Ärztin Behandlungen für bis zu zwölf Wochen auf einmal verordnen. Eine Blankoverordnung gibt es für EN1 bis EN3 nicht.
Welche Behandlungsmethoden werden in der Ergotherapie in der Neurologie eingesetzt?
In der Neurologie verordnen Ärztinnen vor allem die sensomotorisch-perzeptive Behandlung, die motorisch-funktionelle Behandlung und das Hirnleistungstraining. Die sensomotorisch-perzeptive Behandlung hat eine Regelleistungszeit von 60 Minuten. Für die motorisch-funktionelle Behandlung und das Hirnleistungstraining sind es je 45 Minuten. Bei Bedarf kommen eine ergotherapeutische Schiene oder eine Gruppenbehandlung dazu.
Auf der Verordnung steht das Heilmittel. Welches Konzept du innerhalb der Behandlungszeit einsetzt, entscheidest du fachlich. Bekannte Konzepte sind Bobath, die Spiegeltherapie und bei Parkinson LSVT BIG.
Für die Armparese nach Schlaganfall bewertet die S3-Leitlinie der neurologischen Rehabilitation Verfahren wie die Spiegeltherapie. Ihre Fassung von 2020 war bis April 2025 gültig. Die S2k-Leitlinie der DGN von 2023 empfiehlt bei Parkinson Ergotherapie, wenn Alltag, Beruf oder die Armfunktion samt Handschrift eingeschränkt sind.
Welche Fortbildungen lohnen sich, etwa Bobath oder Spiegeltherapie?
Am meisten bringt dir eine Fortbildung, die du jeden Tag anwendest. Für Bobath gibt es in der Physiotherapie einen klaren Maßstab. Der Kassenvertrag verlangt dort mindestens 120 Unterrichtseinheiten nach den Standards der IBITA. Erst dann dürfen Physiotherapeuten neurologische Krankengymnastik nach Bobath abrechnen.
Eine solche Zertifikatsposition kennt die Ergotherapie nicht. Die Praxis bekommt für eine sensomotorisch-perzeptive Behandlung 79,03 Euro, ob mit oder ohne Kursnachweis. Dieser Preis gilt seit 1. Juli 2026. Der Nutzen liegt in deiner fachlichen Sicherheit und in den Fortbildungspunkten, die jede Unterrichtseinheit bringt.
Für Spiegeltherapie und Parkinson-Programme wie LSVT BIG gibt es eigene Kurse. Dauer und Preis erfährst du bei den Anbietern.
Wie unterscheidet sich die Neurologie in Praxis und Klinik?
In der Klinik gehört die Therapie zur Krankenhausbehandlung. Eine Heilmittelverordnung braucht es dort nicht. Die akutstationäre Behandlung umfasst laut § 39 SGB V auch Frührehabilitation, die so früh wie möglich einsetzt.
Nach der Entlassung begleitest du Patientinnen in der Praxis über Wochen und Monate. Grundlage ist die ärztliche Verordnung. Bei Bedarf behandelst du auch zu Hause. Dokumentation und Berichte an die verordnende Ärztin gehören dazu.
Im TVöD wirkt sich die Neurologie auf das Gehalt aus, denn Ergotherapie bei Schlaganfällen gilt dort als schwierige Aufgabe. Macht sie mindestens die Hälfte der Arbeit aus, führt sie in Entgeltgruppe 9a mit 3.658,61 bis 4.979,97 Euro. So steht es in der Tabelle der kommunalen Arbeitgeber, die seit 1. Mai 2026 gilt. Den ganzen Vergleich liest du im Text Als Ergotherapeut in die Klinik oder in die Praxis?
So ist es bei AMILU
In unserer Ergotherapie in Oberursel ist die Neurologie einer von drei Schwerpunkten. Wir behandeln Erwachsene nach Schlaganfall, mit Morbus Parkinson, nach Schädel-Hirn-Trauma und mit Rückenmarksverletzungen. Dazu kommt kognitives Training.
Hausbesuche machen wir innerhalb von Oberursel. Zu deinen Aufgaben gehören auch Hilfsmittelberatung, Training von Alltagsaktivitäten und Gruppentherapien.
In unserer Physiotherapie im selben Haus bieten wir neurologische Krankengymnastik (KG-ZNS) an. Bei gemeinsamen Patienten stimmen sich Ergo und Physio direkt ab. Wir unterstützen Fortbildungen und nennen in unserer Stellenanzeige vom 17. August 2026 ausdrücklich auch Bobath. Für Weiterbildung bekommst du außerdem Extra-Urlaub.
Wenn dich die Neurologie reizt, ist unsere Stelle Ergotherapeutin oder Ergotherapeut in Oberursel dein nächster Schritt. Du kannst dich auch ohne bestimmte Stelle über die Initiativbewerbung melden. Unterlagen brauchst du dafür nicht. Du erreichst uns über das Kurzformular oder per WhatsApp an 0176 3070 1607.